Was ist dir wichtig im Leben?

„Nach den eigenen Werten leben“. „Die eigenen Werte kennen, um ein erfülltes Dasein zu leben“. Solche Phrasen liest man oft, der Begriff „Werte“ wird häufig verwendet und findet sich wieder in Leitkultur, nationalen oder kontinentalen Interessen, Umwelt, Unternehmenskultur, Ethik, Moral und Glauben.

In meinen Seminaren und Vorträgen merke ich aber immer wieder, dass die wenigsten Menschen wissen, was damit gemeint ist: der Begriff „Wertvorstellungen“ oder kurz „Werte“ ist schwer greifbar. Auch die Abgrenzung der eigenen Werte von denen auf anderen Ebenen des Unternehmen, der Führungskräfte, der Mitarbeiter oder auch des Charakters der Arbeit gelingt schwer. Zeit für mich, da ein wenig aufzuräumen und Licht ins Dunkel zu bringen:   

Was sind Werte?

Der Begriff „Wert“ stammt vom lateinischen valere ab, was so viel wie „gut sein“ bedeutet. Wir verstehen unter Werten also erstrebenswerte und für moralisch gut befundene Eigenschaften, Qualitäten, Verhaltensweisen oder Glaubenssätze.

Unsere Werte geben uns vor, was wir gut oder schlecht finden, was wir akzeptieren oder ablehnen. Wertvorstellungen liegen im Auge des Betrachters und können sich je nach Rolle oder Reifegrad verändern: Im Laufe unseres Lebens priorisieren wir neu, dann werden uns andere Dinge, andere Werte wichtig. Damit ist klar: Werte sind etwas Subjektives und nicht jeder verbindet mit ein und demselben Begriff das Gleiche. Menschen mit übereinstimmenden Werten finden sich in einer Wertegemeinschaft wieder. Die wichtigsten kollektiven Werte sind meist in so genannten Geboten, Verfassungen, Gesetzen, Satzungen und/oder Katechismen von jeweiligen kulturellen Lebens- bzw. Glaubensgemeinschaften zusammengefasst, wie beispielsweise die Zehn Gebote.

Werte sind zunächst immer positiv ausgelegt – im Gegensatz zu Glaubenssätzen. Glaubenssätze sind eher innere Überzeugungen, die sich über Jahre im  Unterbewusstsein verankert haben und auch negativ sein können, klassische Glaubenssätze sind z.B. „Du kannst das nicht“, „Ich bin zu dick“, „Du schafft das nie“.

Auf Glaubenssätze werde ich in einem weiteren Blogbeitrag noch zu sprechen kommen.

Wie entstehen Werte?

Werte entstehen in uns schon recht früh – entweder durch real existierende oder auch imaginäre Vorbilder, welche erstrebenswerte und erlebenswerte Merkmale aufweisen. Zunächst sind da zunächst die Eltern oder andere enge Bezugspersonen im Kindesalter. Später in unserer Jugend werden diese Vorbilder durch unsere Idole ergänzt. Wir alle benötigen individuelle Vorbilder. Ihnen nachzueifern hilft uns dabei, unsere Bestimmung im Leben auszuloten.

Ab und an kommt es aber auch zu Wertekonflikten. Sehr häufig dann,  wenn wir auf Personen treffen, zum Beispiel unsere Eltern während der Pubertät, die aktuell eine andere Wertevorstellung haben. Ist die eigene Persönlichkeit nicht stabil genug, kann es in der individuellen Entwicklung zu Störungen des Selbstbewusstseins führen.

Warum sind Werte so wertvoll?

Für uns persönlich sind Werte wichtig, um eine Orientierung im Leben zu finden. Des Weiteren hilft es, Verbündete zu finden, die das gleiche Wertesystem haben. Das bedient unser Motiv nach Zugehörigkeit und Anerkennung. Wir fühlen uns im Kreise derer, die gleiche Werte haben, wohl. Das stärkt unser Selbstwertgefühl. Langfristig entsteht dadurch in kollektiven Systemen eine wertvolle Kultur.

Wenn die Werte nicht übereinstimmen, kommt es zu inneren oder gar äußeren Konflikten mit Mitarbeitern, Führungskräften oder Unternehmen, die langfristig über Selbstzweifel bis hin zum Burn Out führen können!

Ich muss daher prüfen, ob meine eigenen Werte zu denen der Arbeitsumgebung passen. Nur dann kann ich mich mit dem Unternehmen und meiner Aufgabe darin identifizieren – eine Voraussetzung, um leistungsbereit zu sein. Es ist daher wichtig, die Interpretation der eigenen Werte greifbar zu machen. Nur so schaffen wir ein einheitliches Verständnis. Werte haben etwas Verbindendes und schaffen Identität, was man beispielsweise unter Fußballfans schön beobachten kann. 

Werte-Checkliste

  1. Kenne deine eigenen, die dir wichtigsten Werte 
  2. Sei im Reinen mit diesen – mit deinen – Werten
  3. Sprich mit anderen über die Bedeutung deiner Werte 
  4. Gleiche deine privates und berufliches Umfeld mit deinen Werte ab
  5. Sei konsequent und löse dich von allem, was nicht deinen Werten entspricht

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