Stress – wenn der Körper ins Notfallprogramm geht

Arbeit und Karriere, hohe Ansprüche und selbst die Teilnahme am Straßenverkehr: Stress lauert überall und ist so individuell wie wir Menschen. Die Folgen: Dauergereiztheit, Müdigkeit, Burnout. Doch wer die Anzeichen erkennt, kann sich wappnen.

Es sind Zahlen, die aufhorchen lassen: Zwei von drei Menschen im Alter von 18 bis 59 Jahren leiden unter Stress, zwischen 30 und 39 Jahren sind es sogar über 80 Prozent, wie aus einer Studie der Techniker Krankenkasse hervorgeht. Die Folgen des Dauerstresses einer vernetzten Gesellschaft sind noch nicht abzusehen. Häufigster Stressgrund ist die Arbeit, dicht gefolgt von hohen Ansprüchen an sich selbst. 

Rückenschmerzen, Erschöpfung, Burnout – dank Stress

Um das Dauergefühl in den Griff zu bekommen, ist es notwendig, die Entstehung zu begreifen. Zunächst mal muss man sagen, dass die Stressreaktion unseres Körpers nichts Schlimmes ist. Es hat uns evolutionstechnisch das Überleben gesichert. Es ist, wenn man so will ein hilfreiches Notfallprogramm. Während eine kurzfristige Stressreaktion hilfreich ist, ist eine dauerhafte Stresssituation das Problem – wie sie beispielsweise im Beruf entsteht.

Chronischer Stress erzeugt Burnout

Nach jeder Hochleistungsphase des Köpers brauchen wir Entspannung. Wir müssen dem Köper Zeit geben sich zu regenerieren, um die Stressreaktionen abzubauen. Sind diese Phasen nicht vorhanden, bleibt der Köper dauerhaft in Alarmbereitschaft und er passt sich auf diesen Daueralarmzustand an. Es kommt zu Veränderungen im Gehirn. Und der Köper verliert seine Regulationsfähigkeit und es fällt uns nach und nach schwerer, ins Ruheniveau zurück zu kommen. Ein Stress-Teufelskreislauf. Langfristig führt das zu

  • dauerhaftem Grübeln
  • nicht mehr schlafen können
  • Angststörungen
  • Suchterkrankungen
  • psychosomatische Störungen
  • Panikattacken

     

Was tun gegen Stress?

Das interessante daran ist aber, dass wir die Selektionsmöglichkeiten des Gehirns trainieren können. Wir müssen ihm „erklären“, worauf es achten soll, um Stress zu vermeiden. Denn der Fokus muss auf andere Dinge gelenkt werden. Hier meine wichtigsten Tipps, um langfristig unser Programm umzustrukturieren:

  1. Konzentrieren Sie sich auf Positive Dinge und loben Sie
  2. Notieren Sie das Positive in einem Glückstagebuch
  3. Sprechen Sie laut mit sich über positive Dinge
  4. Versuchen Sie sich von negativen Außeneinflüssen ein wenig fern zu halten (Facebook, Nachrichten)
  5. Motion creates Emotion - machen Sie Sport

Doch warum arbeitet unser Gehirn so – und warum funktioniert diese Methode?

Der Türsteher des Gehirns

Für die Millionen Reize unserer Umwelt hat unser Gehirn evolutionstechnisch ein ziemlich geniales System entwickelt. Es sorgt dafür, dass es nicht durch unsere Umwelt überlastet wird. Diese „Wahrnehmungsfilter“ nenne ich gerne auch Türsteher unseres Gehirns. Der Türsteher analysiert die Umwelt auf Fehler und Gefahren. Wir erkennen eher zu viel Gefahr als zu wenig. Das ist evolutionstechnisch auch sinnvoll. Dieses Stress-Notfallprogramm hat uns das Überleben gesichert.

Das ganze Stress-Programm läuft unterbewusst ab und ist im Kern ein automatisierter Prozess. Das macht es uns so schwer, diesen Stress-Automatismus aufzubrechen. Das Schwierige dabei ist nur, dass sich unsere Welt, in der wir heute leben schneller verändert hat als unser körperliches System. Die Stressreaktionen, die vor 1000 Jahren unser Überleben gesichert haben, machen uns heute zu schaffen. Tendenziell werden daher Gefahren eher wahrgenommen als positive Dinge. Die Filterkriterien, auf deren Basis unsere Reaktionen ablaufen, sind im Unterbewussten gespeichert und durch Erfahrungen, Meinungen, Interessen, Bedürfnisse und Erziehung geprägt.

Leider leben wir auch in einer Gesellschaft, in welcher der Fokus vor allem auf die Fehler gerichtet wird. Ich denke dabei vor Allem an die Schule, wo mit einem roten Stift alle Fehler markiert werden nicht mit einem grünen Stift das, was richtig ist. Das sorgt dafür, das uns vernünftiges Feedback zu geben schwerfällt. Denn die meisten Menschen Mitarbeiter geben in einem Feedbackgespräch nur das Negative weiter. Das erzeugt Stress. Wie wir die Dinge wahrnehmen, bestimmt unser Handeln.

Stress und Burnout, selbst gemacht

Kommen wir auf die Studien zurück – einer der Hauptstressfaktoren liegt darin, dass wir unsere eigenen Erwartungen nicht erfüllen (können). Auch hier liegt der Fehler im System. Unser Unterbewusstsein wird mit den Bildern gefüttert, die wir ihm geben oder aufnehmen. Hier geht es „nur“ um Gefühle und Emotionen. Träume sind, wenn wir wollen, die Rückmeldung des Unterbewussten. Wenn wir das Unterbewusstsein trainieren wollen, dann müssen wir eben gewisse Dinge beachten.

Es lässt sich nicht belügen und reagiert weder auf Negationen noch Vergangenheit oder Zukunft. Deshalb funktionieren Sätze wie „Ich will nicht mehr gestresst sein“ nicht. Das Unterbewusste scheitert an der Negation „nicht“. Denk jetzt mal nicht an ein weißes Pferd! – und schon ist das Bild da, Negation hin oder her. Wir brauchen eine konkrete Vorstellung, und diese Vorstellung muss auf mich passen, weil das Unterbewusste sonst nicht reagiert.

Kommuniziere mit deinem Unterbewusstsein

So kannst du mit deinem Unterbewusstsein kommunizieren – weg vom Stress, hin zum Ziel

  1. Male Bilder, musiziere oder erstelle dir eine Collage mit deinen Wünschen
  2. Führe neben deinem Glückstagebuch ein Traumtagebuch - Schreibe dir deine Träume auf
  3. Stell dir das Ergebnis vor und schreib dir auf, wie sich das anfühlt. Was riechst, spürst und siehst du?
  4. Sie kreativ und versuche, die Dinge einfach kommen zu lassen.

Wenn Sie erfahren wollen, wie Sie Ihren Stress auch positiv nutzen können, nehmen Sie Kontakt zu mir auf!

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